Der “Return on Interim Management” im IT-Bereich

Katharina Reiter Katharina Reiter
Holzwürfel mit Symbolen zu Finanzen, Prozessen und Kennzahlen stehen auf gestapelten Münzen: Visualisierung des ROI von Interim Management im Unternehmen.

Warum sich die Investition in eine befristete interimistische Führungskraft auszahlt

Bei der Besetzung von Führungsrollen im IT-Bereich entsteht ein klares Spannungsfeld. Einerseits besteht der Druck, Kosten zu reduzieren. Andererseits braucht das Unternehmen eine Führungskraft, die digitale Transformation kann und den sinnvollen Einsatz künstlicher Intelligenz im Unternehmen beurteilen und umsetzen kann. Genau dieser Gegensatz macht die Entscheidung anspruchsvoll und entscheidend für den Erfolg.

Die Kosten für das Risiko, die Vakanz einer so wichtigen Rolle längere Zeit zu akzeptieren, sind signifikant höher als die addierten Tagessätze des Interimsmanagers.

Was bedeutet ROI im Interimsmanagement?

Der “Return on Interim Management” (RoIM) beschreibt das Verhältnis von Ertrag zu Aufwand eines Interimsmanagement-Mandats. Es handelt sich um eine wirtschaftliche Kennzahl, die die Leistungsfähigkeit einer externen Führungskraft bewertet. Aufwände sind klar kalkulierbar, bestehend aus Honorar, Provision und Nebenkosten. Der Interimsmanager ist jedoch nicht Aufwand, sondern eine Ertragsposition, da durch seine Arbeit Projekte umgesetzt, Risiken reduziert und positive Ergebnisse erzielt werden.

Kostenfaktoren im IT-Interimsmanagement

Die Kosten setzen sich zusammen aus: 

Tagessätzen: Hohe Qualität und Erfahrung spiegeln sich im Honorar wider.

Laufzeit und Projektumfang: Eine klare und einfache Kalkulation der Kosten ist möglich.

Ein Vorteil: Der Tagessatz fällt nur bei Leistungserbringung an, nicht bei Krankheit, Urlaub oder sonstigen Abwesenheiten. Das Mandat endet ohne Abfindung oder juristische Komplikationen.

Optionale Kosten einer unbesetzten IT-Führungsposition

Der große Kostenfaktor entsteht durch die Vakanz selbst. Bei strategischen IT-Projekten verursachen Verzögerungen oder unzureichende Führung schnell Schäden in Millionenhöhe. Der Nutzen eines hochqualifizierten Interimsmanagers übersteigt daher die Kosten oft um ein Vielfaches.

Nutzenaspekte eines IT-Interimsmanagers  

Der hohe RoIM basiert auf klar messbaren Mehrwerten:

Schnelle Wirksamkeit: Sofort einsetzbar durch viel Erfahrung, kein langes Onboarding. 
Know-how und Expertise: Hohe Spezialisierung, besonders wertvoll bei komplexen Transformationen. 
Risikoreduktion und Unabhängigkeit: Objektive Entscheidungen ohne politische Zwänge. 
Hohe Umsetzungsorientierung: „Resulting statt Consulting“ – Interimsmanager übernehmen direkt Durchführungsverantwortung.

Bei anspruchsvollen IT-Mandaten liegen die RoIM-Werte regelmäßig bei Faktor zehn oder höher. Bei Restrukturierungen werden sogar Faktoren von 20 bis 50 erreicht.

Wichtige Kennzahlen zur RoIM-Messung

IT-Interimsmandate sind projektorientiert und daher einfach messbar.

Zeitgewinn und Budgeteinhaltung: Das Erreichen geplanter Termine, die Lieferung vereinbarter Ergebnisse und die Einhaltung von Budgetvorgaben erlauben eine klare RoIM-Berechnung. 
Prozessverbesserungen: Der Interimsmanager erkennt häufig Schwächen in Unternehmensprozessen und bietet entsprechende Lösungen an. Er ist nicht betriebsblind.

Die Basisformel des RoIM lautet: 
RoIM = (Nutzen – Kosten) / Kosten

Praxisbeispiel: ERP-Transformation verhindert Verzögerungen

Ausgangslage:  

Ein mittelständisches Unternehmen steht vor der Einführung eines neuen ERP-Systems. Durch eine unerwartete Vakanz in der Projektleitung droht eine Verzögerung von vier Monaten.

Die Folgen einer solchen Verzögerung werden vom Unternehmen wie folgt beziffert:

  • Verpasste Effizienzgewinne durch spätere Prozessautomatisierung: 250.000 €
  • Zusätzliche externe Beratungskosten durch verlängerte Projektlaufzeit: 180.000 €
  • Opportunitätskosten (z. B. spätere Einführung neuer digitaler Services): 220.000

Gesamtrisiko bei Verzögerung: 650.000 €

Einsatz eines Interimsmanagers:

Um die Vakanz zu überbrücken, wird ein erfahrener ERP-Interimsmanager sofort eingesetzt.

Kosten des Interim-Einsatzes für vier Monate:

  • Honorar: 140.000 €
  • Vermittlungsgebühr: 20.000 €
  • Reisekosten & Spesen: 10.000 €

Das sind Gesamtkosten von 170.000 €.

Ergebnis des Einsatzes:

Der Interimsmanager…

  • verhindert die drohende Projektverzögerung vollständig → Vermiedener Schaden: 650.000 €
  • optimiert zusätzlich die Ausschreibung für externe IT-Dienstleistungen → Realisierte Einsparungen: 90.000 €

Der Gesamtnutzen beträgt 740.000 €.

Berechnung des RoIM:

Formel:

RoIM = (Nutzen - Kosten)/Kosten

Einsetzen:

RoIM = (740.000 - 170.000)/170.000 = 570.000/170.000 ≈ 3,35

RoIM = 335 % bzw. Faktor 4,35

Interpretation:

Ein RoIM von 335 % bedeutet: Jeder investierte Euro in Interimsmanagement erzeugt einen wirtschaftlichen Nutzen von 4,35 Euro.

Fazit: Wann sich IT-Interimsmanagement besonders lohnt

IT-Interimsmanagement lohnt sich besonders, wenn komplexe, nicht routinemäßige Aufgaben anstehen, die eine hohe Umsetzungssicherheit und Fachexpertise erfordern. Der Einsatz von Interimsmanagern eignet sich ideal für Transformationen, IT-Systemeinführungen oder kritische Führungsvakanzen. Die Entscheidung für Interimsmanagement ist daher keine Kostenfrage, sondern eine strategische Investition mit nachweislich überdurchschnittlichem RoIM.

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